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Hegering-Leberberg

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Hegeringtage

in gesunder Hund bringt «Weidmannsheil»

Balmberg Jäger lassen sich am Hegeringtag ausbilden
(Astrid Bucher)

„Weidmannsheil“ wünschen sich Jäger gegenseitig, wenn sie auf die Pirsch gehen. Doch jagen
ist nicht immer ungefährlich für den Jäger und seinen Hund. Rund 60 Revierjäger der
Vereinigung der Jagdgesellschaften des Bezirkes Lebern trafen sich darum auf dem Hof der
Familie Niederberger auf dem Balmberg zu einer Aus- und Weiterbildung. Erschienen sind die
Jäger und Jägerinnen alle im grünen Tenue. Als würden sie gleich in den Wald aufbrechen, um
eine Wildsau oder einen Rehbock zu erlegen. Doch an diesem Samstagmorgen geht es für
einmal um die Gesundheit ihrer Vierbeiner, die Nothilfe bei Jagdunfällen sowie um das richtige
Aufbrechen des erlegten Wildes.

Notfallapotheke ist ein Muss

Beim Anblick des Hundes auf der Wolldecke verkneifen sich einige Jäger ein Kichern. Der
Vierbeiner sitzt mit einem Verband um den Bauch und einer eingebundenen Pfote da. Geduldig
lässt er es mit sich geschehen. Gerade wird sein Haupt mit weiterem Verbandsmaterial
eingewickelt. Tierärztin Kathrin Voegtli und ihr Team zeigen, auf was geachtet werden muss,
wenn der Jagdhund krank oder verletzt ist. Die Jäger erhalten Tipps, wie sie ihren Hund auf
Gesundheit untersuchen können. Ein Hundebesitzer sollte auch für seinen Fifi immer eine
Notfallapotheke bereit haben. «Es ist wichtig zu wissen, welche Werte ein gesunder Hund
aufweisen sollte», sagt Voegtli. «Bevor man ständig zum Tierarzt rennt, sollen die
Hundebesitzer ihren Hund selber untersuchen können.» Drei Hunde dienen dem Team als
Vorzeigeobjekte. Das Gelernte können die Jäger gleich an ihren eigenen Jagdhunden anwenden.
Diese warten geduldig draussen auf ihr Herrchen.

Auf einem weiteren Posten frischt Reinhard Grichting, Leiter des Rettungsdienstes Grenchen,
die Nothilfe am Mann auf. «In jeder Jagdhütte sollte eine Notfallapotheke vorhanden sein»,
mahnt er die Anwesenden. Es sei sogar ratsam, einen Notfall-Rucksack mit Sauerstoffbombe,
Maske und Wärmedecke mit auf die Jagd zu nehmen. Oft seien die Jäger in unwegsamen
Gelände unterwegs, und die Bergung eines Verletzten sei schwierig. «Erste Hilfe von Kollegen
ist unabdingbar». sagt Grichting. Die Jäger sind mit Interesse bei der Ausbildung dabei. Bei
vielen ist der Nothilfekurs bereits eine Weile her. eich höre zum ersten Mal, dass in der
Jagdhütte eine Apotheke nötig ist», äussert sich ein älterer Jäger.

Verarbeitung des Wildes

Im zweiten Teil referiert Philippe Volery, Jäger, Buchautor und Restaurateur, wie man ein
erlegtes Wild richtig aufbricht. Trifft man das Tier hinter dem Zwerchfell, könne der Darminhalt
ans Fleisch gelangen. «Das Fleisch erhält so einen wundervollen Duft von Alpenkräutern, sagt
Volery mit Augenzwinkern. Ich würde das Fleisch höchstens noch selber essen, ans Verkaufen
ist nicht mehr zu denken. Gewisse Dinge würden von den Jägern beim Ausnehmen eines Tieres
einfach schlecht erledigt.

Der Hegeringtag ist aber nicht nur der Aus- und Weiterbildung gewidmet. auch das Gesellige
kommt nicht zu kurz. Gegen Mittag brutzeln auf dem Grill zwar keine Rehrücken, sondern
saftige Koteletten. Und auch der Weisswein darf bei den Jägern nicht fehlen.